Die „Zwischenzeit“

Oder auch „Zeit des Wandels“, oder wie auch immer man „das“ bezeichnen möchte. „Das“ ist die Zeitspanne zwischen Martin und Martina und das, was sich dabei abspielt, bzw. was ich sehe. Im Spiegel, als auch in meinem Kopf.

Kennt ihr das? Da steht ein Männeken im Unterhemd und hat vor lauter Camouflage und Püderchen ein leichenblasses Gesicht. Die Brustbehaarung, die nicht der Rasur für die etwas weiter ausgeschnittene Bluse zum Opfer gefallen ist guckt aus dem Trägerunterhemd raus. Und eben dieses Kerlchen sucht grad einen eyeshadow aus, der zu seinem/ihrem späteren Outfit passt. Und eben da waren wir schon bei einer Frage, die da in meinem Kopp rumspukt: „seinem/ihrem“? Ja, was denn nu? Klar, biologisch keine Frage, da bleibe ich immer Martin. Aber ab wann tritt der Moment ein, in dem ich mich als Martina fühle, ab dem es für mich stimmig wird und passt? Ich habe da mal ein paar Überlegungen dazu angestellt und mal versucht, auf meine Gefühle zu achten in der „Zwischenzeit des Wandels“. Für mich ist meistens die Frisur, die die Verwandlung für mich komplettiert. Wenn ich den „Fifi“ aufgesetzt, zurechtgerückt und in Form gebracht habe, passt es meistens.

Zwischenzeit fast beendetMeistens. Denn manchmal will es einfach nicht passen. Da sind noch Bartstoppeln, wo schon lange keine mehr hingehören, die Camouflage ist ungleichmäßig aufgetragen, oder die Mascara hat sich über das halbe Oberlid verteilt. Häufig lässt sich das alles noch korrigieren, aber das Gefühl will dann in so Momenten einfach noch nicht passen. Das sind auch Gründe dafür, warum ich mir beim „Wechseln“ nicht so gerne zugucken lasse. Auch nicht von meiner Partnerin. Sie hat ja selbst „Probleme“ damit, da sie dann oft nicht weiß, wie sie mich ansprechen soll. Bin ich dann noch „der Herr Schatz„, oder schon „die Süße„? Gut, gelle? ;n)

Seltsamerweise tritt dieser Gefühlsmischmasch aber nur beim „Starten“ auf; beim Wechsel von Martin zu Martina. Umgekehrt – was ja im Normalfall der schlimmere Weg sein sollte, da dann das Make-Up nicht mehr taufrisch ist und ich evtl. etwas „derangiert“ bin –  stört mich das gar nicht und löst keine seltsamen Denkprozesse bei mir aus.

Seltsam, aber so steht es geschrieben.

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