Mein Beitrag im ‚Sarasara Magajin‘

Ende März 2012 kam der Münchner Designstudent Martin Wackerbauer auf mich zu und fragte, ob ich mir eine Beteiligung an einer Projektarbeit der FH München vorstellen könne.

Ich konnte und somit bin ich mit einem Text und einigen Bildern im ‚Sarasara Magajin‘ vertreten, das als Ergebnis der Projektarbeit im Juli 2012 veröffentlicht wurde und direkt beim Lieschen Montag Verlag bezogen werden kann.
Dieses Magazin handelt von Bloggern, die im Internet ihren sexuellen Vorlieben und Nachlieben öffentlich und ungezügelt thematisieren und ausüben.

Hier nun mein Textbeitrag:

Das Rascheln der Kittel

Eigentlich sagt die Überschrift schon das meiste über meine Fetische – und das, was sie für mich ausmachen – aus. Aber sie sagt noch nichts darüber, wie ich zu meinen besonderen Vorlieben gekommen bin, wie sie mein Leben beeinflusst und verändert haben und wie ich eben genau dieses Leben mit meinen Fetischen gestalte.

Solange ich denken kann, faszinieren mich Nylonkittel, glänzende Stoffe wie beispielsweise Satin und alles rund um das Thema Friseur. Ich kann mich bruchstückhaft an Begebenheiten aus meiner Kindheit erinnern, bei denen das Rascheln von Nylon, der glatte, seidige Stoff oder ein besonderer Duft in einem Friseursalon eine Rolle spielen, aber ich kann mit Gewissheit sagen, dass damals noch keine sexuellen Interessen bei mir vorhanden, geschweige denn mit diesen Dingen verknüpft waren. Und doch steht für mich fest, dass kindliche Erfahrungen mit all diesen Themen bei mir den Grundstein für meine Fetische gelegt haben. Und das soll es zum Thema Ursachenforschung auch schon gewesen sein. Denn was interessiert mich der Umstand, durch den ich zu meinen Vorlieben gelangt bin, wenn ich diese Zeit doch lieber dafür aufwenden kann, möglichst viel Spaß mit all den Dingen zu haben?

Manche Mit-Fetis versuchen – teilweise unterstützt von Psychologen – zu ergründen, woher ihre Fetische stammen. Einige kommen auf verschmähte Liebe in der Kindheit als Ursache; die Mutter im Kittel, die so abweisend war und damit den Kittel und den sprichwörtlichen Rockzipfel so unerreichbar machen, dass sie das im Erwachsenenalter nachholen müssen und dazu Kittel brauchen. Mag so sein, aber auf mich trifft das in jedem Fall nicht zu, da ich die beste Kindheit hatte, die man sich vorstellen kann und gut behütet im Kreise meiner Mutter, Großmütter und Urgroßmütter aufwuchs, die alle mehr oder weniger häufig Kittel trugen. Wenn das einen tieferen Hintergrund haben sollte mit der oben erwähnten Abweisung und dem Liebesentzug, dann funktioniert das in jedem Fall auch umgekehrt.

Das ganze Thema verlief sich in den folgenden Jahren etwas und kam erst mit meiner Pubertät wieder zum Tragen, als erste sexuelle Regungen entstanden und diese an eine bestimmte Person, beziehungsweise deren Kleidung geknüpft waren. Die Mutter meines besten Freundes war Schneiderin und seinerzeit waren Satinblusen groß in Mode. Sie besaß schätzungsweise zehn davon in verschiedenen Farben und Schnitten, aber alle aus glänzendem, glattem Satin. Ich nutzte natürlich jede sich bietende Gelegenheit beim Aufenthalt im Elternhaus meines Freundes, um eine der Blusen zu berühren (bei manch anderen Zeitgenossen würde die Erzählung jetzt so weitergehen, dass die Mutter mich dabei erwischt hat, dann einen Nylonkittel über ihre Satinbluse anzog, mich ans Bett fesselte und mir so meine ersten sexuellen Erlebnisse bescherte, um mich fortan als Lustsklaven zu benutzen. Nee, ich habe meine Fantasiepferde besser im Zaum und habe die Blusen eben nur angefasst und mir das Feeling für zuhause gespeichert.).

Damit waren meine Fetische erst mal auf das Thema Satinblusen eingegrenzt, da Nylonkittel nach und nach von der Bildfläche verschwanden und ich nur noch ein tolles Erlebnis mit einer Friseuse in einer braunen Färbeschürze hatte. Eingegrenzt bedeutet dabei wirklich eingegrenzt, da ich als Jugendlicher keine eigenen Satinblusen oder sogar Kittel hatte und sich das Ausleben meiner Fetische auf die lebhafte Erinnerung an gesehene Blusen oder Nylonjacken beschränkte.

So richtig in Fahrt kam die Thematik wieder mit meiner ersten eigenen Wohnung während des Studiums und ersten Erfahrungen mit dem Thema Internet. Plötzlich waren da viele Bilder zu finden von Frauen, die Satin trugen oder von Damen in Kitteln und plötzlich gab es eben diese Kittel auch zu kaufen in einem Online-Auktionshaus, das mit Sicherheit einen Wandel im Leben vieler Fetischisten herbeigeführt hat. Ohne mit hochrotem Kopf in ein Geschäft gehen zu müssen und nach dem Objekt der Begierde zu fragen, konnte man von zuhause aus bequem bestellen, was gefällt. Ein unschätzbarer Vorteil, wenn man zum ersten Mal als Mann Frauenkleider kaufen möchte. Heute schätze ich manchmal das Gegenteil und freue mich beispielsweise darüber, Schuhverkäuferinnen zu verwirren, wenn ich Damenschuhe anprobiere. Mit Sicherheit gibt es da TV-Schwestern, die wesentlich offensiver sind als ich, aber ich bemerke auch da eine Weiterentwicklung, die seit den Erlebnissen mit den ersten eigenen Fetischklamotten nicht mehr zum Stillstand gekommen ist (und von der ich auch nicht weiß, ob sie jemals wieder zum Stillstand kommen wird).

Ein weiterer großer Pluspunkt war die eigene Wohnung ohne plötzliche Störungen durch Eltern oder Freunde. Ich konnte meine ersten Kittel und Blusen anziehen wann und so oft ich wollte, ohne Gefahr zu laufen, darin entdeckt zu werden. Das unbeschreibliche Gefühl der glatten Stoffe übereinander, das Rascheln der Kittel wenn ich an Ihnen vorbeilief und ein leichter Luftzug sie bewegte, der Schimmer des Satins, wenn die Sonne durch das Fenster auf die Blusen fiel. Das alles zusammen waren Momente, die meinen Fetisch – wenn auch nicht geprägt – so doch zumindest unauslöschlich gefestigt haben.

Es hat alles gepasst bis zu dem Moment, in dem mir das Tragen von Frauenkleidung als Mann keinen Spaß mehr bereitet und mich auch nicht mehr erregt hat. Aber das war nicht etwa das Ende meiner Fetische sondern vielmehr die Geburtsstunde von Martina. Ich habe mir im Internet – wo auch sonst – eine Perücke bestellt, mir von meiner damaligen Freundin und späteren Frau (ohne ihr Wissen) Make-up ausgeliehen und damit mein Spiegelbild in eine Frau verwandelt, die mir des Tragens meiner Fetischkleidung würdig schien. Natürlich waren die ersten Versuche weit ab von dem, wie ich mich heute präsentiere und zeige, aber zumindest habe ich damals schon gewusst, dass sich eine ordentliche Frau rasiert, bevor sie sich schminkt und Lippenstift benutzt (die zu Recht so genannten Trümmertransen werden mir also immer ein unverständliches Phänomen bleiben).

Vielleicht war das ungefragte Ausleihen des Make-ups von meiner Freundin der erste in einer Reihe weiterer, fataler Fehler, die mich schlussendlich meine Ehe und einen Teil meines ursprünglichen bürgerlichen Lebens gekostet haben (Ob das nun gut oder schlecht war, schreib ich Euch in vierzig Jahren). Wenn ich daraus eins gelernt habe, dann dass Geheimniskrämerei und Verschweigen oder gar Verleugnen der eigenen Fetische nix bringen. Gar nix, um genau zu sein. Denn es kam, wie es kommen musste: ich habe Martina fröhlich still und leise im Verborgenen ausgelebt, bis meine Frau (wir hatten zwischenzeitlich geheiratet, ohne dass ich sie über mein zweites Ich aufgeklärt hätte) mich irgendwann erwischt hat. Also erwischt hat sie mich nicht direkt, aber eben meine ganzen Utensilien gefunden, inklusive des immer noch ausgeliehenen Make-ups. Das war der eigentliche Beginn eines großen Vertrauensbruchs zwischen uns. Und während sie vorher glänzende Kleidung und Kittel nur sehr selten und – meiner Meinung nach – widerwillig angezogen hatte, war jetzt eine klare Ablehnung der ganzen Sache gegenüber spürbar. Im Nachhinein für mich verständlich, hatte ich sie doch quasi mit meinem zweiten Ich hintergangen und mir einen Lebensbereich aufgebaut aus dem sie ausgesperrt war, nur weil ich nicht den Mumm hatte, sie von Anfang an über meine Fetische und Vorlieben zu informieren und einzubeziehen. Es ist nicht gesagt, dass sie sich dann mehr für diese Dinge interessiert hätte (denn nur weil mir jemand sagt, dass er gerne Gummistiefel trägt, macht das für mich Gummistiefel als Fetisch noch nicht interessanter), aber es hätte dem Ganzen vielleicht doch den negativen Beigeschmack und das Gefühl des hintergangen Werdens genommen.

Die Kluft zwischen uns wurde größer und wenn es nicht so rund läuft, öffnet das Türen und Tore für Dritte und ich habe angefangen mir – ohne weitere Hintergedanken – Leute zum Austausch und möglichen Fetisch-Treffen zu suchen. Dass dabei auch eine Frau dabei sein könnte, die schlussendlich zum Scheitern meiner Ehe beiträgt, daran hätte ich im Traum nicht gedacht. Aber wenn es plötzlich jemanden gibt, der alle Spielereien toll findet, die einem selbst gefallen, dann ist das quasi wie das Tor zu einer anderen Dimension. Die Geheimnisse zwischen mir und meiner Frau wurden also größer statt kleiner und auch hier kam es, wie es kommen musste. Sie hat mich erwischt, hat entsprechende Emails und SMS gefunden und die Kluft zwischen uns wurde noch größer, da meine Frau sich nicht auf der Stelle von mir getrennt hat. Diesen Schritt bin ich dann nach einer Weile im März 2009 gegangen: raus aus der einen Beziehung, der Ehe und einem gut bürgerlichen Leben – mit kleinen und größeren Geheimnissen – rein in eine neue Beziehung und Welt, 250 Kilometer vom alten Zuhause entfernt mit einer neuen Partnerin, neuen Möglichkeiten und auch neuen Risiken.

Oben habe ich ja schon geschrieben, dass meine neue Partnerin gerne glänzende Klamotten aller Art für mich trägt und sie auch sehr gerne Martina um sich hat. Aber es ist deshalb trotzdem nicht so, dass wir hier tagein tagaus ein Fetisch-Leben leben, das frei von Sorgen und Nöten ist und ausschließlich dem Hedonismus frönt. Das vermeintliche Tor in eine andere Dimension hat sich sehr schnell als ein Tor zu einem anderen Alltag entpuppt, in dem zwar entspannter mit dem Thema Fetisch umgegangen wird, er aber mitnichten im Zentrum steht. Das merkt man als Selbstständiger auch recht schnell, wenn man seine Prioritäten auf Freizeitaktivitäten verlagert, die kein Geld einbringen.

Trotz der Ernüchterung, dass es das perfekte Fetisch-Leben als Nicht-Privatier wohl nicht gibt, haben sich mir und meiner Entwicklung diesbezüglich neue Möglichkeiten eröffnet. Eine der größten Chancen ließ sich ganz einfach schaffen: durch Offenheit von Anfang an, denn die Fehler, die ich in der vorherigen Beziehung gemacht hatte, wollte und will ich auf keinen Fall wiederholen. Und wenn der Text hier eine Botschaft haben soll, dann die, dass Offenheit keiner Beziehung schadet, egal um welches Thema es sich handelt.

Und im Kielwasser dieser Offenheit ergeben sich die inhaltlichen Möglichkeiten quasi von selbst. Meine Sammlung an Kitteln und Blusen konnte ohne Geheimniskrämerei stetig wachsen und musste fortan auch nicht mehr in Kisten verpackt aufs nächste Rascheln warten sondern hatte und hat ihren festen Platz im normalen Kleiderschrank um stets präsent zu sein, wenn uns danach ist. Wenn mir nach Martina ist, dann freut sich Lisi (meine Partnerin) auf den Tag mit ihrer Freundin und das gemeinsame Rascheln. Und da eben alle meine Wünsche offen zur Sprache kommen, wird aus dem Besonderen das Normale, ohne auch nur die Spur langweilig zu sein.

So ist es beispielsweise auch normal, dass mein Berufswunsch als Martina Friseuse ist und wir das dann auch entsprechend ausleben. Und da hier ebenfalls eine stete Weiterentwicklung von statten geht, hat sich mein Friseusen-Dasein in den letzten Jahren stark verändert. Während ich Lisi anfangs nur die Haare gewaschen habe – und das auch völlig okay war, da es dabei ordentlich geraschelt hat – schneide und style ich ihr mittlerweile die Haare und habe meine Fähigkeiten dazu erst kürzlich in einem Haarschneidekurs vertieft. Der Fetisch hat hier also eine ganz neue Qualitätsstufe erreicht, da wir nicht mehr nur Friseur spielen, sondern es wirklich machen und die neuen Inhalte für mich auch wichtig und fester Bestandteil unseres Auslebens geworden sind.

Alle unsere Schandtaten halten wir dabei auf Foto fest, von Anfang an. Bereits meine ersten Versuche als Martina habe ich mit der Webcam und Foto mit Selbstauslöser dokumentiert. Warum? (Wieder mal) keine Ahnung. Selbst orakelt komme ich zu der Überzeugung, dass ich mir mit der mittlerweile stattlichen Sammlung an Bildern eine Vorlage für eigenes Kopfkino in Martina-freien Zeiten bastele. Etwas tiefer in den Hirnwindungen gesucht gesellt sich der Gedanke dazu, dass ich mir als Martina – im Gegensatz zu meinem Bruder im Geiste – ganz gut gefalle und folglich auch mehr Selbstbewusstsein habe, was sich in einer erhöhten Zeigefreudigkeit ausdrückt (die übrigens bei vielen TV-Schwestern festzustellen ist).

Aber wo die Bilder zeigen? Es gibt viele kostenlose Bild-Plattformen und Communities, auf denen man seine Bilder und Texte mit anderen teilen kann. Allerdings ist man dort auch immer den Regeln der Betreiber unterworfen, was insgesamt in Ordnung geht, solange diese Regeln nicht in Willkür münden oder einer Sichtweise, die auf die Meinung der entsprechenden Forenbetreiber begrenzt ist (egal wie unterschwellig sich das äußert). Nach einigem Ausprobieren getreu dem Versuch- und Irrtum-Prinzip bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich eine Plattform haben möchte, auf der ich die Maßstäbe setze und nicht dem Diktat Dritter unterworfen bin.

Diese neue Heimat habe ich schließlich auf dem Server eines großen Bloghosters gefunden, dessen recht einfache Regeln darin bestehen, nichts Ungesetzliches zu veröffentlichen. Interessant dabei zu sehen, wie sich die Zahl der Besucher kontinuierlich verändert hat. Mit wachsendem Angebot an Bildern und Texten wuchs auch die Zahl derer, die meinem Blog täglich einen Besuch abstatten auf mittlerweile durchschnittlich rund 800 pro Tag. Das scheint wenig, betrachtet an der nicht näher bekannten Zahl aller Fetischisten weltweit (ich bin ja davon überzeugt, dass die meisten Leute irgendeine Fetisch-Leiche im Keller haben und es auch hinter vermeintlich biederen Fassaden oft ordentlich rund geht). Aber der Grund liegt darin, dass man mit einem Friseur- und Kittelfetisch auch in Fetischkreisen als Exot gilt und die Zahl der Anhänger dieser Vorlieben recht überschaubar ist. Umso dankbarer sind vor allem die, die nicht regelmäßig die Möglichkeit haben, ihren Fetisch auszuleben, für das Angebot an Bildern von meinen Erlebnissen. Und auch wenn ich nicht quid pro quo eine messbare Gegenleistung für das Veröffentlichen der Bilder bekomme, so sind die kontinuierlich hohen Besucherzahlen und der ein oder andere nette Kommentar ein schöner Dank für die Arbeit, die wir fast täglich in die Aktualisierung unseres Blogs stecken.

Zusammen mit dem Blog wuchs der nächste Wunsch nach einer Qualitätssteigerung in mir heran. Die Bilder und ihr Inhalt waren immer gut, Lisi hat ihre Fotoausrüstung nahezu professionalisiert und wir üben fleißig an schönen Fetischbildern. Was aber noch fehlte, war der passende Hintergrund, ein schönes Umfeld für Martina, so dass Haare beispielsweise nicht mehr in der Küche geschnitten werden mussten. Schon lange hat es mir von einem eigenen Friseursalon geträumt, unter normalen Umständen völlig utopisch. Aber wenn man – wie wir – bekloppt genug ist, ein Zimmer halbieren kann und rund € 3000,- übrig hat, dann kann man sich einen eigenen Salon basteln. Und was mit Skizzen auf einem Blatt Papier und Stellproben mit Möbeln und Brettern anfing, mündete in dem Hobby-Salon, wie er sich jetzt im Blog präsentiert. Und das ist für mich quasi das Tüpfelchen auf dem „i“, die Erfüllung meines bisher kühnsten Fetisch-Traums. Ich habe einen eigenen – wenn auch kleinen – Friseursalon, in dem alle meine rund 150 Kittel und 40 Umhänge offen zum Rascheln bereit hängen, der ein richtiges, funktionierendes Haarwaschbecken und eine Trockenhaube hat und durch seine Ausstattung im Retro-Look das passende Umfeld für unsere Spielereien und Bilder bietet.

Nicht ganz bedacht hatte ich dabei die Folgen, welche ich mit der Veröffentlichung der ersten Bilder vom Salon auslösen würde. Pro Woche haben wir seitdem bis zu zehn Anfragen nach Terminen, die wir aber durchweg negativ beantworten, da der Salon nicht öffentlich ist und nur Freunden und unserer Familie zur Verfügung steht (die das Angebot auch zunehmend nutzt). Dazu kommt der temporäre Unmut und Neid von professionellen Dienstleistern aus dem Bereich Friseurfetisch, die mich und mein Angebot – was ja keines ist – als Konkurrenz sehen, die wir nicht sind.

Aber sei‘s drum, wir haben in unseren zwölf Quadratmetern einen Heidenspaß und das kann ich ruhigen Gewissens auch für unseren Freundeskreis behaupten, die mit ihren Terminen bei mir meinen Martina-Kalender füllen. Nicht alle kommen dabei zu uns zum Haare schneiden. Die Bandbreite der Behandlungen reicht von der besonderen Haarwäsche bis hin zur Wasserwelle; immer dabei sind aber das Rascheln der Kittel (und Umhänge) und die besondere Atmosphäre in unserem Salon, die von allen geschätzt wird.

Ohne in Selbstüberschätzung zu schwelgen kann ich sagen, dass der Name Martina Raschelkittel damit einen festen Platz in der Kittel- und Friseurfetischszene hat. Und ich stelle mir manchmal die Frage, ob ich das eigentlich will, ob das ein Ziel meiner Zeigefreude war und ist? Wie so viele Fragen kann ich auch diese nicht abschließend beantworten, weiß aber wohl, dass die vielen Besucher und positiven Rückmeldungen meinem Selbstbewusstsein gut tun. Also nehme ich den Umstand, dass es so ist, als gegeben hin und mache einfach so weiter, wie bisher. Die Richtung scheint zu stimmen, für uns, wie auch für alle unsere Freunde und Gäste. Und solange wir können, werden die Kittel nicht schweigen. ;n)

(Bildveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von nachne.com)

Update Ende 2016

Der Text stammt aus dem Jahr 2012 und ist inhaltlich grundsätzlich immer noch richtig, aber einige Zahlen und Details haben sich verändert. So beispielsweise die Anzahl der Kittel, die von damals 150 auf mittlerweile knapp 500 gestiegen ist oder auch die Umhänge, von denen wir mittlerweile rund 60 Stück haben.

Ich bin auch – seit Herbst 2012 – nicht mehr selbstständig, was mir zum einen zwar Zeit zum Spielen raubt, mir andererseits aber Geld für schöne Dinge und Erlebnisse bringt. Eine Zwickmühle, in der ich mich – zurückblickend auf die ungewisse Selbstständigkeit – aber ganz gerne befinde. ;)

2 Kommentare

  1. Dieser Text, und damit meine ich natürlich den Inhalt, ist einfach weltklassemässig verfasst. Die klare und sensible Beschreibung über die Identität der Friseuse Martina und ihre Gefühle und Gelüste ist so anregend, dass man am liebsten gleich die Friseurkollegin oder noch lieber die Kundin von ihr sein möchte. Ich könnte für meine Geschichte gleich ein copy paste machen, denn ich praktiziere denselben Fetisch. Vielleicht ein kleiner Unterschied auf meiner Reise hat mich geprägt: ich liebte die Nylon- und Gumpla-Regenmäntel meiner Mutter und auch ihre Satin-Kopftücher. Aber auf den Geschack kam ich dann doch über das Friseurwesen. Heute weiss ich, dass es doch einige Members gibt, die dasselbe tun und das macht Freude. Sich darüber austauschen zu können ist bereichernd und auch anregend. Martina ist für mich eine Art Vorbild geworden. Darum: bitte weiter so.

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