Wie alles anfing

Oha, das ist eine gute Überschrift, die aber sehr viel Gehirnschmalz meinerseits erfordert. Das ist meiner Meinung nach auch eine Frage, die viele Fetischisten, Crossdresser, Transvestiten oder Transsexuelle beschäftigt. Oder eben auch nicht. Denn die Meinungen hier sind sehr geteilt und gehen weit auseinander. Manche Leute forschen in den Wurzeln und Herkünften ihrer „Vorlieben“ (das ist übrigens der Begriff, den ich am meisten „dafür“ verwende), andere möchten es gar nicht wissen, möchten einfach nur genießen, sich verstecken, zeigen oder was immer.

Die Frage, wie – und vor allem auch wann – alles anfing, kann ich bei mir recht genau zurückverfolgen.
Und ich habe ja auch schon verschiedentlich an anderen Stellen darüber berichtet. Nun werde ich trotzdem nocheinmal schreiben, wie sich das so in den Anfängen meines Feti-Daseins zugetragen hat und wie dann die spätere Entwicklung war.

Eins vorweg: ich bin nie von meiner Mutter, Oma, Tante, Schwester (die es auch gar net gibt) oder sonst wem in Kitteln übers Knie gelegt oder anderweitig bestraft worden. Ganz im Gegenteil, ich hatte eine wunderbare, behütete Kindheit, mit allem, was man sich — im Nachhinein — wünschen kann. Vor allem: Liebe und Geborgenheit. Das bedeutet also im Umkehrschluss, dass meine Neigung zu SM nicht von Ablehung, Liebesentzug oder sonstigen traumatischen Erlebnissen aus der Kindheit herrühren kann – wie das einige Bekannte umschreiben.

Meinen Hang zu Nylon und dem Friseurspiel habe ich, seit ich denken kann. Schon in frühester Kindheit habe ich mit meiner besten Freundin Friseur oder Kaufladen gespielt und wir hatten dabei immer Nylonkittel von meiner Mutter oder meiner Oma an. Klar, dass da an sexuelle Regungen noch nicht zu denken ist, aber eine Prägung oder Fixierung kann in dem Alter schon stattfinden. Meine Mutter hat damals oft Nylonkasack getragen und nach der Schule bin ich oft auf ihren Schoß geklettert und habe mein obligatorisches Mittagsschläfchen dort begonnen. Vielleicht auch ein Punkt, der meine „Träume“ beflügelt hat. Nebenher hat meine Mom in einem Friseursalon gearbeitet. Aber nicht als Friseurin, sie hat dort geputzt. Und manchmal, wenn sie nachmittags dorthin ist, hab ich sie begleitet. Aber ob es dort Friseusen im Kittel gab, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Auch nicht für den Salon, wohin ich meine Oma manchmal begleitet habe. Eigentlich müsste das von der Zeit her passen, aber ich hab echt keine blasse Erinnerung daran, was die Damen dort trugen.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass mich nicht nur Kittel interessieren, sondern auch alle anderen glänzenden und raschelnden Klamotten. Und da kam es mir natürlich gerade recht, dass irgendwann in den achtziger Jahren die Satinbluse sehr groß in Mode kam. Die Mutter meines besten Freundes ist Schneiderin und hat sich die Teile am Fließband gebastelt. In allen erdenklichen Farben und Schnitten. Mit Schluppe, durchgeknöpft, lange Manschetten, doppelte Knopfleiste — jede Bluse hatte so ihre Details und: jede war aus Satin. So kam es, dass meine ersten sexuellen Fantasien und Erlebnisse mit der Mutter meines besten Freundes, bzw. ihrer Kleidung zusammenhängen.

Dazu eine kleine Ergänzung: Nein, sie hat mich nicht nach mittäglichen Spielstunden mit meinem Freund zu sich gebeten und mich dann als Sklaven für den Rest des Tages an einen Stuhl gefesselt und in Satin gefoltert, wie das der schreibfreudigen Fantasie so manchen Mit-Fetis entspringt. Ich habe sie und ihre Satinblusen lediglich als gedankliche, abendliche Entspannungsvorlage verwendet. That’s all.

12 Kommentare

  1. Hallo Martina,
    über Studio Laura habe ich dein blog gefunden und den Teil „wie alles kam“. Ich trage wie du gerne Frauenkleider und Perücke usw., ich würde gerne mit dir darüber, wie alles kam, ein paar Ideen austauschen. Meine Frage ist das „unbelebte Objekt“ und womöglich ein sogenannter konditionierter Reflex.
    […] (Kontaktdaten zur Wahrung der Privatsphäre entfernt)
    Ich würde mich freuen, von dir zu hören,
    Inge

  2. ich habe auch als kind die erfahrung mit friseursalongs gemacht. meine mutter ist friseuse. als kind war ich natürlich oft im salon, verschmähte liebe zog mich natürlich immer öffter da hin. schon damals fand ich es schön, mit welcher hingabe sie sich den kunder hingab. da habe ich mir natürlich immer vorgestellt, einmal der kunde zu sein. so habe ich natürlich immer mehr diese liebe dafür entwickelt. heute muß ich sagen, es ist aber trotzdem super toll, und ich bereue es nicht. es ist einfach super geil so unbehofen unter den umhängen sich verwöhnen zu lassen. schön wäre es natürlich jemanden zu finden, der das mit mir teilen würde. das aber nicht so einfach. bilder und gedanken helfen aber.

    KLAUS

    • Hallo Klaus,
      danke für deine offenen Worte. Das mit der verschmähten Liebe tut mir sehr leid.
      Jemanden zu finden, der die gleichen Vorlieben teilt wie man selbst ist schon ein sehr großes Glück. Und das habe ich mit Lisi gefunden, obwohl ich nicht auf der Suche danach war – man(n) kann das nicht erzwingen. Und dass Lisi auf ähnliche bzw. gleiche Sachen steht wie ich habe ich erst erfahren, als ich sie schon näher kennengelernt hatte.
      Mit Bildern und dem Austausch von Gedanken helfen wir gerne weiter und daran wird sich auch in absehbarer Zeit nix ändern. ;n)
      LG, Martina

    • Hallo Norbert,

      danke für deine erneute Anfrage, aber unser Salon ist nach wie vor nicht öffentlich und steht nur Familienmitgliedern und Freunden zur Verfügung.
      Derzeit wächst das Angebot an professionellen Dienstleistern in Deutschland wohl wieder und ich bin mir sicher, dass du eine Adresse findest, wo deine Wünsche erfüllt werden.
      LG, Martina

  3. ich muß sagen, du hast einen super schönen salon.
    das würde mich stolz machen, mal dein kunde zu sein.
    du machst dich super gut als friseuse, allerding ist bei mir nicht soviel zu schneiden, schade.
    kann ich nicht auch einmal bei dir der kunde sein??? oder soll ich die friseuse sein????
    könnte ich mir super schön vorstellen, super salon, super friseuse super verwöhnprogramm????

    • Willkommen zurück, Klaus! ;n)
      Danke für deine netten Kommentare; freut uns, wenn dir unsere Bilder immer noch gefallen. :n)
      An den Modalitäten für einen Besuch bei uns hat sich allerdings seit deinen letzten Anfragen noch nichts geändert.
      LG, Martina

  4. ich bin gerade beim googeln auf deine Seiten gestoßen, und kann vieles von dem was du hier so schriebst nachvollziehen. auch bei mir beruht mein Fetisch nicht aus irgendwelchen abstrusen Misshandlungen oder so. es war einfach die rote Regenjacke von meiner Schwester die mich von anfang an sehr fasziniert hat und mich von frühster Kindheit aus geprägt.

    ich habe auch gelesen, dass du von gefütterten K-Way Sachen angetan bist, daher würde ich dir gerne eine Hose anbieten, ich habe sie spontan gekauft, ohne zu wissen, dass sie gefüttert ist. mir gefällt es nicht so sehr. es ist eine kakifarbene Bundhose, die man an den Seiten bis ganz oben auf machen kann Größe ist mit S angegeen, passt aber auch zu M

    wie gesagt, ich will sie dir nicht aufdrängen, ich hatte mir nur gedacht, falls du intresse daran hast, schicke ich sie dir als „Leihgabe“, über alles andere kann man immernoch reden.

    du schriebst übrigens von deinem K-Way Kittel mit dem tollen Teddyfutter, auch ich habe eine jacke, sie ist blau mit einem solchen Futter, sie ist schon älter. und NEIN die gebe ich nicht her :) oder nur für etwas ganz tolles anderes…

    lg, Nicki

  5. Hallo, ich bin über die Suche nach einem Friseursalon, den ich für Fetisch-Sessions anmieten könnte, auf dieser Seite gelandet – allerdings beantwortet leider schon Martinas Antwort an Norbert ja vermutlich auch mein diesbezügliches Anliegen abschlägig: „… unser Salon ist nach wie vor nicht öffentlich und steht nur Familienmitgliedern und Freunden zur Verfügung. Derzeit wächst das Angebot an professionellen Dienstleistern in Deutschland wohl wieder und ich bin mir sicher, dass du eine Adresse findest, wo deine Wünsche erfüllt werden.“

    Ich bin also eine dieser -allerdings nur nebenberuflich- professionellen Dienstleister/innen, bislang empfange ich auf Terminbasis u.a. für Haarfetisch-Sessions (aktiv/passiv) in meinem BDSM-Playroom und habe dort diverse Accessoires (bis hin zum mobilen Rückwärtswaschbecken, welches ich dann allerdings im Bad vor’m Spiegel hinter einem normalen Stuhl aufstelle), aber eben keine echte Friseursalon-Einrichtung.

    Für viele Sessions genügt das auch, aber nicht für alle … so, wie für viele Klinikrollenspiele auch ein Gynstuhl und eine Behandlungsliege genügen, aber einige Leute wünschen sich eben doch die echte Praxis-Atmosphäre. Diese wenigen Leute sind dann reise- und zahlungsbereiter, wenn dann wirklich „alles“ stimmt.

    Ich möchte aber hier nicht quengeln (naja, ich möchte schon – aber das wird vermutlich nichts nutzen:), ob Martina mir doch bitte-bitte-bitte eine Sondererlaubnis geben könne, aber vielleicht hat ja eine/r der Leser/innen einen guten Tipp? Falls ihr -gern bundesweit oder sogar in den deutschsprachigen Nachbarländern- einen tage- oder stundenweise (ggf. außerhalb der „normalen“ Betriebs- bzw. Nutzungszeiten) anmietbaren Friseursalon kennt, dessen Betreiber/in sich an der Fetisch-Nutzung nicht stören würde bzw. der/die selbst Fetischinteressen damit verfolgt, freue ich mich über Kontakt-Infos.

    Übrigens: Kompliment, liebe Martina, für deine Page!

    Kinky Gruß, Sara

  6. Liebste Martina,

    so hat es also angefangen! Und so sich fortgesetzt: https://salonmartina.tv/2017/03/19/lady-sara-im-salon/

    – mit viel privatem Spielen zu dritt, wo eure und meine Neigungen alle ihren Platz haben. Sehr, sehr geil !

    Und inzwischen habt ihr mir angeboten, eure rosa Trockenhaube und euren hochpumpbaren Stuhl bei Bedarf auch einfach mal in meinen Playroom auszuleihen, sowie meine kleine Kittel- und Umhang-Auswahl bedarfsweise noch durch eure zu ergänzen. Da ist es natürlich super, dass ihr quasi in der Nachbarschaft lebt.

    Auch ich durfte schon unter deinen und Lisis kundigen Fingern selbst Fetisch“kundin“ bei euch sein, und wir haben uns gegenseitig viele schöne Inspirationen geben können. Ich glaube, eure Rollenspiele wurden durch mich „rollenspieliger“ und ich hab ein paar tolle Praxistipps bei euch bekommen können.

    Es würde mich sehr freuen, wenn einige der hier vergeblich um eine „paid session“ anfragenden Interessent(inn)en sich zu mir „umleiten“ ließen: https://www.domina-frankfurt.net/182 – vielleicht mögen du oder Lisi dann sogar einmal Gast bei so einem Termin sein und/oder sogar aktiv Fetisch-Assistenz leisten und/oder mit mir gemeinsam TV’s beraten/einkleiden etc.? Aber das ist erst einmal nur ein Gedanke!

    So oder so freue ich mich – auf mehr Zeit mit euch und auf mehr Friseurkundschafts-Anfragen für meine Tätigkeit, egal ob unabhängig voneinander oder in Kombination…

    kinky Grüße, eure Sara (oder in passiv auch: „euer Strubbelknuff“)

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